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2019-10-19 18:19:50

19. Oktober 2019 um 17:18 Uhr

Düsseldorf Die komplette zweite Spielhälfte absolvieren die Düsseldorfer nach dem Platzverweis gegen den Mainzer Edimilson Fernandes in Überzahl. In der 82. Minute erlöst Rouwen Hennings in seinem 100. Fortuna-Spiel Mannschaft und Zuschauer mit dem Siegtreffer zum 1:0.

Fortuna Düsseldorf hat einen Schlussstrich unter ihre Serie von sechs Bundesligaspielen ohne Sieg gezogen. Vor 40.660 Zuschauern gelang der Mannschaft von Trainer Friedhelm Funkel mit 1:0 der erste Sieg über den FSV Mainz 05 in der deutschen Eliteklasse. Schiedsrichter Felix Zwayer erwies sich dabei als gutes Omen: Der Berliner hatte auch beim bislang einzigen Saisonsieg der Düsseldorfer in Bremen (3:1) gepfiffen.

Kasim Adams oder Andre Hoffmann – das war eine der interessantesten Personalfragen vor dem Anpfiff. Friedhelm Funkel beantwortete sie auf seine Weise: Er brachte einfach beide. Die Düsseldorfer agierten folglich mit einer Fünfer-Abwehrkette, die sich bei Ballbesitz in einer Dreierlinie verwandelte, da die Außen Matthias Zimmermann und Niko Gießelmann sich dann sofort nach vorn orientierten.

Ähnlich flexibel mussten sich davor Bernard Tekpetey und Kenan Karaman verhalten, denen primär die Rolle von Außenstürmern zugeschrieben war, die sich aber beide auch stets nach hinten zu orientieren hatten. Eine zunächst eher vorsichtige Taktik also, doch hatte Fortuna in der Vergangenheit ja schon oft bewiesen, dass sie daraus durchaus ansehnliche Fußballspiele zu inszenieren versteht.

Davon war in der Anfangsphase allerdings wenig zu sehen. In kämpferischer Hinsicht war den Düsseldorfern überhaupt nichts vorzuwerfen, im Gegenteil: Sie warfen sich in die Zweikämpfe, gingen verlorenen Bällen sofort hinterher und hielten auch die defensive Ordnung. Im Spiel nach vorn ging allerdings wenig zusammen, und da es bei den Mainzern ganz ähnlich aussah, brauchten die Zuschauer schon ein wenig Geduld.

Der fleißige Tekpetey war es schließlich, der in der 26. Minute den ersten Torschuss der Partie anbrachte, und der war sogar nicht einmal ungefährlich. Der Flachschuss des Ghanaers strich links am Pfosten vorbei, und er eröffnete eine kleine Serie guter Chancen. Karaman hatte 60 Sekunden später mit einem abgefälschten Schuss die nächste, und die darauffolgende Ecke eröffnete Kaan Ayhan eine beachtliche Kopfballmöglichkeit.

Ein Treffer sollte vor der Pause dennoch nicht gelingen, dafür brachten sich die Mainzer selbst in Schwierigkeiten. Edimilson Fernandes, wegen eines harten Fouls an Matthias Zimmermann bereits verwarnt, leistete sich in der Nachspielzeit der ersten Hälfte einen Kung-Fu-Tritt erneut gegen Zimmermann – da blieb Zwayer gar keine andere Möglichkeit, als Gelb-Rot zu ziehen.

Das Geschehen verlagerte sich nun, sofern das überhaupt möglich war, noch mehr in die Mainzer Hälfte. Die dezimierten Gäste zogen sich weit zurück, überließen Fortuna nahezu komplett die Initiative. Vor allem Ayhan und Adam Bodzek versuchten auch, das Offensivspiel durch Diagonalpässe breiter zu machen, die beiden Abwehrriegel der 05er auseinanderzuziehen. Doch obwohl Karaman ein ordentliches Spiel machte und bei Tekpetey allenfalls ein wenig Eigensinn zu bemängeln war, fehlte der letzte Zug nach vorn. Auch Rouwen Hennings konnte sich in seinem 100. Ligaspiel für Fortuna nicht entscheidend durchsetzen.

Eine Doppelchance von Adams riss dann das Publikum von den Sitzen. In der 65. Minute war es, als zunächst ein Kopfball des Innenverteidigers nach einem Freistoß von Jean Zimmer im letzten Moment geblockt wurde und der Ghanaer anschließend Torhüter Robin Zentner wiederum per Kopf nach Zimmers Ecke zu einer Glanztat zwang. In der 82. Minute hatte dann endlich der stete Tropfen den Stein gehöhlt: Jubilar Hennings wuchtete einen der zahlreichen Bälle, der nach Ecken und Freistößen in den Strafraum segelte (diesmal von Gießelmann), per Kopf zum 1:0 ins Netz. Es war die verdiente Belohnung für den nie ermüdenden Kampfgeist der Düsseldorfer.


rp-online.de Bernd Jolitz
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