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2019-10-19 18:23:55

Santiago -

Nach Unruhen wegen Fahrpreiserhöhungen der U-Bahn in Santiago hat Chiles Präsident Sebastián Piñera am Freitagabend (Ortszeit) den Ausnahmezustand ausgerufen. In einer Fernsehansprache begründete er seine Entscheidung mit „ernsten und wiederholten Angriffen“ auf die U-Bahn in der chilenischen Hauptstadt. Zuvor musste die Feuerwehr der Sieben-Millionen-Stadt wiederholt ausrücken, weil Brandstifter in 20 U-Bahn-Stationen schwere Schäden angerichtet hatten.

Ein vom Innenministerium verbreitetes Video zeigte beschädigte Rolltreppen und Flammen in der Station Cumming im Zentrum von Santiago.

Ein vom Innenministerium verbreitetes Video zeigte beschädigte Rolltreppen und Flammen in der Station Cumming im Zentrum von Santiago. Im Hintergrund waren Sprechchöre zu hören. Nach Angaben der Zeitung „La Tercera“ war eine große Zahl an Polizisten in den U-Bahnstationen im Einsatz, 156 von ihnen wurden verletzt. 180 Menschen wurden festgenommen, wie der Sender Bío Bío nach Polizeiangaben berichtete.

Metro für Anwohner in Santiago unverzichtbar

Die Verwaltung der Metro stellte daraufhin am Freitagabend den gesamten U-Bahn-Verkehr auf dem etwa 140 Kilometer langen Streckennetz ein. Die Sperrung sollte das ganze Wochenende dauern, twitterte die Metro. Grund seien die „Schäden an der Infrastruktur“. Unter diesen Umständen könne die Sicherheit der Mitarbeiter und Passagiere nicht gewährleistet werden.

Die Metro sei für Anwohner unverzichtbar, sagte Piñera dem Radio Agricultura. Jeder habe das Recht, seine Meinung zu äußern, nicht aber zu zerstören.

Demonstranten setzen Hochhaus in Brand

Demonstranten sollen im Hauptquartier von Enel Chile, einem italienischen Energiekonzern, Feuer gelegt haben. Lokale Nachrichtensender zeigten Bilder, in denen die Flammen an der Seite des Hochhauses hochgingen.

Die ersten Proteste waren vor knapp einer Woche mit Inkrafttreten der Fahrpreiserhöhung von 800 auf 830 Pesos ausgebrochen - umgerechnet eine Erhöhung von vier Euro-Cent. Zunächst wurden Hunderte Schüler und Studenten mit Sprüngen über die Drehkreuze zu Schwarzfahrern, später folgten sich in der chilenischen Hauptstadt Protestkundgebungen. (dpa)


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